30. Ökumenische Friedensdekade in Bad Lippspringe
Frieden mit den Muslimen – Freiheit für die Bahai’is im Iran
Gespräch der Religionen in Bad Lippspringe: v.l.n.r.: Modjgan Bidardel (Baha’i), Willi Schmidt (Moderator), Aynur Üreyen, Muzaffer Özkesemen (beide Moscheegemeinde Bad Lippspringe), Antje Lütkemeier (Ev. Kirche), Georg Kersting (Kath. Kirche) bei einer Diskussionsveranstaltung am 9. Juni 2010.
Bad Lippspringe. Auch in diesem Jahr finden in der Ökumenischen Friedensdekade
(7. bis 17. November) wieder um 19 Uhr Friedensgebete in der Evangelischen
Kirche in Bad Lippspringe statt, und zwar vom 8. bis 12. November sowie am 15.
und 16. November. Am Mittwoch, 17. November, dem Buß- und Bettag der
evangelischen Christen, wird der abschließende Friedensgottesdienst mit
Abendmahl ebenfalls um 19 Uhr gefeiert.
Hauptanliegen der Friedensdekade war immer die gewaltfreie Lösung von Konflikten
und das Gebet für den Frieden. Dabei gehe es nicht nur um das Beenden oder
Verhindern von Kriegen, sondern auch von Konflikten anderer Art, die das
friedliche Miteinander stören, so die Veranstalter. Deshalb lädt die
Evangelische Kirchengemeinde zu zwei besonderen Abenden ein, mit Themen, die die
Bürger und Bürgerinnen Bad Lippspringes unmittelbar betreffen.
In der Veranstaltung am Dienstag, 9. November, um 19 Uhr unter dem Titel
„Freiheit für die Bahai’is im Iran“ soll ein Zeichen der Solidarität mit der im
Iran verfolgten Glaubensgemeinschaft der Bahai’is gesetzt werden. Zuletzt wurde
das siebenköpfige Führungsgremium erst zu zwanzig, dann nach vielfältigen
internationalen Protesten, zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Bahai’is als
Weltreligion setzen sich an allen Orten für Dialog, Wahrhaftigkeit und
Friedfertigkeit ein. Neben Informationen über die Lage der Bahai’is im Iran wird
es Gebete der verschiedenen Religionen für den Frieden geben. Nach dem
Friedensgebet laden die Bahai’is aus Bad Lippspringe und der Region noch ins
Evangelische Gemeindehaus gegenüber der Kirche zu Gesprächen bei Tee und Gebäck
ein.
Das Friedensgebet am Montag, 15. November, um 19 Uhr, wird gemeinsam mit der
Moscheegemeinde Bad Lippspringe veranstaltet. Zunehmende muslimenfeindliche
Polemik in Politik und Medien beeinflusse auch das Klima in Bad Lippspringe,
betonen die Veranstalter. Seit über zehn Jahren fänden hier interreligiöse
Gebete und das Fest der Nationen statt. Speziell in die Debatte um das Minarett
für die Bad Lippspringer Moschee hätten sich trotzdem viele falsche Töne
eingeschlichen, die in anonymen Drohungen gegen die Gemeinde gipfelten. Die
evangelische Kirche sehe sich in einer besonderen Verantwortung, dem entgegen zu
wirken und sich für den Frieden in der Stadt einzusetzen.
Darüber hinaus wird die Andacht für den Frieden am Donnerstag, 11. November, von
der katholischen Gemeinde gestaltet.
© Ev. Kirche Bad Lippspringe 04.11.10